Der Bundesvision Songcontest ist für mich zu großen Teilen ein Witz. Irgendein Bundesland nominiert eine Band, die gerade mega angesagt ist und längst in den Charts und räumt dann ab. Chancen für Newcomer? Gleich null. Aber ab und an mogelt sich unter die Kandidaten ein Act, der meine Aufmerksamkeit erregt.

Dieses Jahr ist das für mich Luna Simao mit “ Es geht bis zu den Wolken“. Die Sängerin? Noch nie gehört, den Song dementsprechend auch nicht. Das erste Mal gehört und ich war sofort drin. Gute soulige Mukke aus Deutschland. Ich hoffe man hört noch mehr von Luna Simao in der Zukunft. Ganz egal, wie sie letztendlich abschneidet: Danke Bundesvision Songcontest für diese Sängerin und diesen Song!

 

Letzthin stolperte ich im Soundtrack eines Films über diesen Discoklassiker von Diana Ross von 1980. Und ich fand eine schöne Parallele zur aktuellen Musik. Denn obwohl er nicht mit auf dem Cover steht, ist doch der Gitarrist Nile Rodgers, der dem Lied seinen besonderen Sound gibt. Nile Rodgers ist der Gitarrist von Chic. Und dieses Jahr griff er wieder einmal in die Saiten für einen Dance Track: Bei „Get Lucky“ von Daft Punk.

Nile Rodgers ist unverkennbar aus beiden Titeln herauszuhören. Ich will nicht sagen, dass seine Gitarre die Lieder zum Hit machen, aber er setzt das wichtige i-Tüpfelchen obendrauf…

Schon interessant, wo Chic überall ihren Einflüsse hinterlassen haben – ich hatte ja schon einmal darüber geschrieben.

Eigentlich vermeide ich ja hier etwas über aktuelle Songs zu schreiben noch dazu, wenn sie heftige Chartchancen haben. Ich konnte gestern aber nicht einschlafen und habe mir nachträglich online den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2013 reingezogen. Keine wirkliche Herzblutveranstaltung von mir, aber mal nett anzusehen. Ich hab mir nicht alle Titel angehört, den Gewinnersong von Cascada finde ich einfach nur flach, erinnert mich von der Qualität an 90er Jahre Eurotrash. Interessant fand ich bei der Ergebnisliste, wie weit Radio-Vote-Punkte, Jury Punkte und Zuschauer-Punkte voneinander differieren. Und ganz ehrlich? Ich bin eher auf der Seite der Jury, die ihre Maximalpunktzahl BLITZKIDS mvt. gegeben hat, die bei Zuschauern und Radiovoting fast vollkommen unten durchgefallen sind.

Gut, die Optik erinnert mich ganz klar an meine Jugend Mitte der 80er – auf die sie sich ja auch mit ihrem Bandnamen beziehen. Vielleicht haben sie auch deshalb bei mir einen Stein im Brett, obwohl ich (im Gegensatz zu einiger meiner damaligen Freunde) damals nicht so rumgelaufen bin. Der von der Presse oft gebrachte dumme Vergleich „deutsche Lady Gaga“ hinkt für mich vollkommen. Für mich ist das die verspätete weibliche deutsche Antwort auf Steve Strange.

Kein Megabrett unter dem Herrn, aber durchaus ein cooler Song mit Ohrwurmtendenz, der hoffentlich in den Charts mehr Erfolg haben wird, als dieser Cascada Blödsinn. Ist Euch eigentlich schon mal aufgefallen, daß Cascada zwar regelmäßig in den Charts ist, aber eigentlich nie in einem ernstzunehmenden Club gespielt wird?

Wie Deutschland mit dem Cascada Song abschneiden wird, ist mir eigentlich egal. Mit ernstzunehmender Musik hat der Titel für mich eh nix zu tun.