Es gibt so Situationen, da läuft irgendwo in einem Film, einer Reportage ein Song im Hintergrund, man kennt es. Aber scheiße nochmal, was war das nochmal? Als ich letzthin Paranoimia von The Art Of Noise hörte wusste ich es sofort.
Als der Song 1986 herauskam, war der erste computergenerierte Moderator Max Headroom, der ab 1984 im britischen Fernsehen Videoclips anmoderierte, längst Kult. Heute schmunzelt man über die primitive Grafik, in den 80ern war das der Stand der Technik, wenn nicht sogar sensationell. Und mit diesem Lied wurde er zum Popstar.
Ganz ehrlich? Ohne Max Headroom wäre der Song noch einen deutlichen Tick cooler. Eine wunderbare elektronische Soundcollage, die mit vielen Samples arbeitet und auch nach fast 30 Jahren immer noch hörbar.

Candi Statons Hymne ist immer noch allgegenwärtig, nicht nur wegen dem unsäglich schlechtem Cover von Florence & the Machine. Es gibt so viele Versionen von dem Song, u.a. eine sehr angenehme Drum ’n‘ Bass Version, daß man fast vergessen könnte, daß das ursprüngliche eher eine „harmlose“ Disconummer aus 1986 war.
Mein Favorit unter den Versionen ist diese meist gespielte:

Der Vollständigkeit halber noch die Drum ’n‘ Bass Version:

Für mich ein Lied, das von keiner anderen Sängering gesungen werden darf.

Surface: Happy


Surface – Happy von Larolke

Eine schöne Disco Balade von 1986. Ich habe letzthin ein altes Mixtape aus den 80ern digitalisiert und da war auch dieser Titel drauf. Scheiße, wo sind eigentlich all meine anderen Tapes aus der Zeit geblieben?

Georgie Fame: Samba

Es gibt so Lieder, die kann man fast nur verstehen, wenn man dabei war. Samba von Georgie Fame (1986) war eine der Hymnen damals in meiner Stammdisse „Inside Club“ in den 80ern. Richtig gut kommt der Song, wenn wirklich die ganze Meute in der Disco das „ah ha ha ha, oh oh oh oh oh“ mitgrölt. Gehört habe ich den Song außerhalb dieses Clubs irgendwie nie…

Hubert Kah – Limousine


Hubert Kah – Limousine
Hochgeladen von Gubener. – Musikvideos, Sänger Interviews, Konzerte und mehr.

Wenn man Hubert Kah hört denkt heute wirklich jeder nur an seine Lieder aus der neuen deutschen Welle. Wer kennt nicht z.B. „Sternenhimmel“, wo der Sänger im albernen Nachthemd durch die ZDF Hitparade hampelte. Was eher in Vergessenheit geraten ist, sind seine Lieder nach der NDW, denn er verschwand da nicht von der Bildfläche. Limousine (1986) ist jetzt nicht der Hammer Track, aber ich finde, er hat was. An dem Titel war auch Michael Cretu beteiligt.
Der Sänger und Namensgeber des Trios Hubert Kah, Hubert Kemmler, produzierte aber auch später zusammen mit Cretu die Songs von Sandra, wie etwa „Maria Magdalena“ und hat da teilweise die Background Vocals beigesteuert.
Hubert Kah ist bis heute aktiv, das letzte Album „Seelentaucher“ erschien 2005.

Wieder mal ein wegweisendes Stück elektronischer Klangkunst. Es gab auch eine Version feat. Max Headroom dem ersten virtuellen Moderator, der 1986 über die Mattscheibe flimmerte. Wieder mal ein Stück, das beweißt, das weniger oft mehr sein kann.

Es ist für mich DER Kultfilm aus den 80ern: Die österreichische Kriminalkomödie Müllers Büro. Ein absolut absurder Film, der ins Musical abdriftet. Zu jeder Gelegenheit wird in dem Streifen gesungen – Barbara Rudnik, die die weibliche Hauptrolle spielt, sagte danach über den Film sinngemäß, daß das der einzige Film war, in dem sie einen Orgasmus singen mußte.

„Wir bleiben Freunde – Dein Feind ist auch mein Feind. Es können nur Männer verstehen, was uns Männer vereint“ – das verstehen wirklich nur Männer – und vor allem nur Menschen, die den Film gesehen haben 😉 Der Hauptdarsteller Christian Schmidt, der Max Müller spielt, ist einer der wenigen, der nicht selbst gesungen hat, der wahre Sänger hinter diesem Lied heißt Martin Brehm.

Ich habe den Film übrigens auf VHS, DVD und den Soundtrack sowohl auf Vinyl, als auch auf CD. Früher sahen wir den Film jedes Jahr zu meinem Geburtstag und alle Gäste konnten die Lieder irgendwann mitsingen. Als ich 1992 nach Mainz zum Studium umzog, überzeugte ich meine damaligen Mitbewohner von dem Film und ging nach unserem ersten Müllers Büro Abend in den WOM, um den Soundtrack 7x als CD zu bestellen für die Beteiligten. Der Verkäufer war sichtlich verwirrt. Zwei der Teilnehmer haben Jahre später Lieder aus dem Soundtrack auf ihrer Hochzeit spielen lassen. Einer vom DJ, der andere gab der Liveband vorab den Auftrag, 2 der Lieder einzustudieren. Ob die uns noch heute für komplett irre abstempeln? 😉

Swing Out Sister: Breakout

Breakout von Swingout Sister ist jetzt nicht das epochale Musikmeisterwerk, über das man jetzt abfeiern müßte. Aber es ist ein eingängiger Popsong, der es damals geschafft hatte, in meiner Stammdisse zur Hymne zu werden. A sweet memory.
Das Lied stammt von 1986, die Band Swing Out Sister gibt es bis heute, wobei sie sich heute mehr dem Jazz verschrieben haben und besonders in Japan erfolgreich sind.

Soll man den DJs der gängigen Ü30 Partys glauben, haben wir in den 80ern nur Whitney Houston und Weather Girls gehört. In meiner damaligen Stanmmdisco, dem Inside Club in Marktleugast/Oberfranken, lief aber damals House, Funk & Soul. Eine unserer Hymnen war eben jener Titel, zu dem wir tatsächlich auf der Tanzfläche gepogt haben.

Das Video dazu habe ich das erste Mal auf YouTube gesehen – sowas hat man im Fernsehen damals nicht gesehen. Und es ist vielleicht besser so. Denn das Video ist wohl wirklich übelster Low Budget Trash.

Darryl Pandy ist übrigens immer noch aktiv, kaum zu glauben, auf MySpace hat er gerade einmal 1229 Freunde


Nachtrag 12.11.2010:

Der Titel basiert übrigens auf dem Track von Isaac Hayes „I Can’t Turn Around“ – hört mal genau hin…