BLITZKIDS mvt.: Heart on the line

Eigentlich vermeide ich ja hier etwas über aktuelle Songs zu schreiben noch dazu, wenn sie heftige Chartchancen haben. Ich konnte gestern aber nicht einschlafen und habe mir nachträglich online den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2013 reingezogen. Keine wirkliche Herzblutveranstaltung von mir, aber mal nett anzusehen. Ich hab mir nicht alle Titel angehört, den Gewinnersong von Cascada finde ich einfach nur flach, erinnert mich von der Qualität an 90er Jahre Eurotrash. Interessant fand ich bei der Ergebnisliste, wie weit Radio-Vote-Punkte, Jury Punkte und Zuschauer-Punkte voneinander differieren. Und ganz ehrlich? Ich bin eher auf der Seite der Jury, die ihre Maximalpunktzahl BLITZKIDS mvt. gegeben hat, die bei Zuschauern und Radiovoting fast vollkommen unten durchgefallen sind.

Gut, die Optik erinnert mich ganz klar an meine Jugend Mitte der 80er – auf die sie sich ja auch mit ihrem Bandnamen beziehen. Vielleicht haben sie auch deshalb bei mir einen Stein im Brett, obwohl ich (im Gegensatz zu einiger meiner damaligen Freunde) damals nicht so rumgelaufen bin. Der von der Presse oft gebrachte dumme Vergleich „deutsche Lady Gaga“ hinkt für mich vollkommen. Für mich ist das die verspätete weibliche deutsche Antwort auf Steve Strange.

Kein Megabrett unter dem Herrn, aber durchaus ein cooler Song mit Ohrwurmtendenz, der hoffentlich in den Charts mehr Erfolg haben wird, als dieser Cascada Blödsinn. Ist Euch eigentlich schon mal aufgefallen, daß Cascada zwar regelmäßig in den Charts ist, aber eigentlich nie in einem ernstzunehmenden Club gespielt wird?

Wie Deutschland mit dem Cascada Song abschneiden wird, ist mir eigentlich egal. Mit ernstzunehmender Musik hat der Titel für mich eh nix zu tun.

Bobby Hebb: Sunny

Im Song „Easy“ von Cro kommt der Name „Sunny“ vor und sofort denkt man an den Boney M Song „Sunny“. Aber der Song ist nicht im Original von Boney M sondern von Bobby Hebb, geschrieben 1963.

Und wenn man ein wenig stöbert, dann findet man tausende Coverversionen. Neben Boney M…

…gehört wohl die Version von Cher zu den bekanntesten. Leider kann ich Euch davon kein Video zeigen – das ist im Deutschland von der GEMA überall geblockt.

Unter anderem haben folgende Künstler den Song gecovert: Public Enemies, Richard Anthony, James Brown & Marva Whitney, Wes Montgomery, Robert Mitchum, the Classics IV, the Electric Flag, Jose Feliciano, Stevie Wonder, Ella Fitzgerald, The Four Seasons, The Four Tops, Marvin Gaye, Earl Grant, Mary Wells, Paul Carrack,David Clayton-Thomas, Jamiroquai, Stanley Jordan, Marion Rung, Mina, Jimmy Smith, Johnny Mathis, Les McCann, Chris Montez, The Head Shop, Leonard Nimoy, Wilson Pickett, Buddy Richard, Los york’s, Del Shannon, Nick Cave, Oscar Peterson & Joe Pass and Ray Brown, Dusty Springfield, Helge Schneider, War, Ajico, Gary Lewis and the Playboys, Twinset featuring Barnaby Weir, Terrorgruppe & The Walker Brothers, Luis Miguel, Frank Sinatra & Duke Ellington, Francis A. & Edward K.., Herb Alpert & the Tijuana Brass, Yambu, Cris Barber, Christophe Willem, Mark Ronson, Stanley Turrentine, Pat Martino, Pino Presti, Issei Noro, Justin Guarini, Andreas Weise, Ulfuls, Diva Fever, Girls‘ Generation, The Chopsticks, Booker T. and the M.G.’s, …

Ich hab Euch eninmal ein paar schöne Versionen rausgesucht – für mich die geschmeidigste Version ist von Frank Sinatra:

Wer denkt, Helge Schneider hätte das veralbert – nein, der hat daraus eine coole Jazznummer gemacht:

Helge übrigens an der Orgel. Cool ist auch die Version von Jamiroquai:

Die Liste könnte ich jetzt ewig weiterführen, danke an Ines, die mich unfreiwillig dazu gebracht hat, nach diesem Song mal zu Stöbern…

Candi Staton: You Got The Love

Candi Statons Hymne ist immer noch allgegenwärtig, nicht nur wegen dem unsäglich schlechtem Cover von Florence & the Machine. Es gibt so viele Versionen von dem Song, u.a. eine sehr angenehme Drum ’n‘ Bass Version, daß man fast vergessen könnte, daß das ursprüngliche eher eine „harmlose“ Disconummer aus 1986 war.
Mein Favorit unter den Versionen ist diese meist gespielte:

Der Vollständigkeit halber noch die Drum ’n‘ Bass Version:

Für mich ein Lied, das von keiner anderen Sängering gesungen werden darf.

Jill Barber: Oh My My

Ich hab nen neuen Ohrwurm, diesmal gar nicht so altes. Oh My My von der kanadischen Sängerin Jill Barber erschien auf dem Album Changes 2008. Das Teil ist irgendwie alles. Retro, cooler Jazz, irgendwas. Und es nimmt mich mit.

Wenn man bei Youtube sucht kommt man auf interessante Variationen, z.B. eine Liveversion ausschließlich mit einem Gitaristen als Begleitung:

Mal sehen, ob Jill Barber auch in Deutschland den Durchbruch schafft…

Herwig Mitteregger: Immer mehr

Ich weiß nicht warum, aber ich hab heute einen Ohrwurm – eben Immer mehr von Herwig Mitteregger, ohne daß ich das Lied irgendwo gehört habe. Schon komisch. Herwig Mitteregger war Mitglied der Nina Hagen Band aus der die Gruppe Spliff hervorging. Herwig Mitteregger macht bis heute Musik, der Song stammt von 1985 und ich mag an dem Song, wie das Schlagzeug in der Instrumentierung so im Vordergrund steht – kein Wunder, wenn der Sänger auch der Schlagzeuger ist. Kennen wir ja alle von Phil Collins „In the Air tonight“…

Trude Herr: Morgens bin ich immer müde

Bundesvision Songcontest 2012: Die Gruppe Laing schafft mit „Morgens bin ich immer müde“ mit Platz 2 einen Überraschungserfolg. Aber wußtet Ihr auch, daß das eine Coverversion ist? Das Original ist von der genialen Trude Herr und stammt aus dem Film „Conny und Peter machen Musik“ (1960).
Das Cover ist aber auch genial.

Freunde der elektronischen Musik sollten aber auch den Remix von Deichkind nicht verpassen.

Pat Benatar: Love Is A Battlefield

Früher war für mich Pat Benatar ganz klar Frauen-Rock´n´Roll und den hört man als Mann gefälligst nicht. Aber wenn man die Nummer jahrelang nicht mehr gehört hat und sich – warum auch immer – wieder daran erinnert…
Eigentlich doch irgendwie ne coole Nummer.

Pat Banatar tourt in den USA übrigens bis heute, ihr letztes Album erschien 2003. Love Is A Battlefield ist von 1983.

France Gall: Ella Elle L’a

France Gall (* 9. Oktober 1947) kletterte bereits 1965 mit „Poupée de cire, Poupée de son1“ auf Platz 2 der deutschen Charts. Und sie sang auch Titel in deutscher Sprache, wie „Ein bisschen Goethe, ein bisschen Bonaparte“ (1969) – durchaus erfolgreich. Trotzdem: Mein Hit von France Gall ist „Ella Elle L’a“ von 1988. Eigentlich nicht so wirklich meine Musikrichtung, aber das ist so ein generationsübergreifender Wohlfühl-Song, bei dem man einfach kein schlechtes Gewissen haben muß, wenn man ihn mag.

Boomfunk MC´s: Freestyler

Es ist schon interessant, wenn man als DJ auf Hochzeiten auflegt, welche Lieder nach einer gewissen Zeit wieder gefragt werden. Und manchmal sind auch Lieder dabei, von denen ich denke: Scheiße, habe selbst ich verdrängt, aber ja – das Lied hat es verdient, mal wieder rausgekramt zu werden.
Freestyler ist so ein Lied. Die finnische Band Boomfunk MC´s waren damit auch in Deutschland 2000 auf Platz 1 der Charts. Und das Ding entwickelt sich wieder zum Tanzflächenstürmer. Bin gespannt, wann das ein pfiffiger Produzent erkennt und einen aktuellen Remix davon auf den Markt wirft…