Spliff: Herzlichen Glückwunsch

Sie kamen mit der Neuen Deutschen Welle hoch, ich würde sie zu dieser aber nicht zählen. Spliff war ursprünglich mal die Band von Nina Hagen und als diese ausstieg machten sie ohne Nina ihre eigene Musik. Ich war ernsthaft erstaunt, daß zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft ein neues Best Of der Band erschienen ist – kennen wirklich noch so viele Spliff, daß sich das lohnt?

Die Band gab es nur 5 Jahre (1980-1985) – und ihre Gründung ist 30 Jahre her.
Die Musik ist irgendetwas zwischen Punk und Funk mit deutschen Texten und garantiert nicht so flach, wie manche NDW Titel. Eigentlich wollte ich ja „Radio“ von Spliff featuren, aber es ist ums Verrecken kein Video davon im Netz zu finden. Herzlichen Glückwunsch von 1982 ist aber auch ein guter Track, der besser für Spliff steht, wie „Carbonara“, ihr wohl bekanntester Titel – den würde ich tatsächlich der NDW zuordnen…

George Kranz: Trommeltanz

Wie beschreibt man diese Nummer? Nun, es ist eine Art Vertonung eines Schlagzeugsolos mit Stimme und anderen Instrumenten neben dem Schlagzeug. 1983 schaffte der deutsche Schlagzeuger George Kranz damit unter anderem den ersten Platz in den US Dance Charts.
Der Trommeltanz ist eine wirklich schräge Nummer – und sowas liebe ich ja ab und an. Ich kann mich erinnern, daß George Kranz damals nicht bei der ZDF Hitparade auftreten durfte, weil der Text ja nicht Deutsch ist.

Martin Brem: Männerfreundschaft (Soundtrack Müllers Büro)

Es ist für mich DER Kultfilm aus den 80ern: Die österreichische Kriminalkomödie Müllers Büro. Ein absolut absurder Film, der ins Musical abdriftet. Zu jeder Gelegenheit wird in dem Streifen gesungen – Barbara Rudnik, die die weibliche Hauptrolle spielt, sagte danach über den Film sinngemäß, daß das der einzige Film war, in dem sie einen Orgasmus singen mußte.

„Wir bleiben Freunde – Dein Feind ist auch mein Feind. Es können nur Männer verstehen, was uns Männer vereint“ – das verstehen wirklich nur Männer – und vor allem nur Menschen, die den Film gesehen haben 😉 Der Hauptdarsteller Christian Schmidt, der Max Müller spielt, ist einer der wenigen, der nicht selbst gesungen hat, der wahre Sänger hinter diesem Lied heißt Martin Brehm.

Ich habe den Film übrigens auf VHS, DVD und den Soundtrack sowohl auf Vinyl, als auch auf CD. Früher sahen wir den Film jedes Jahr zu meinem Geburtstag und alle Gäste konnten die Lieder irgendwann mitsingen. Als ich 1992 nach Mainz zum Studium umzog, überzeugte ich meine damaligen Mitbewohner von dem Film und ging nach unserem ersten Müllers Büro Abend in den WOM, um den Soundtrack 7x als CD zu bestellen für die Beteiligten. Der Verkäufer war sichtlich verwirrt. Zwei der Teilnehmer haben Jahre später Lieder aus dem Soundtrack auf ihrer Hochzeit spielen lassen. Einer vom DJ, der andere gab der Liveband vorab den Auftrag, 2 der Lieder einzustudieren. Ob die uns noch heute für komplett irre abstempeln? 😉

Ina Müller: Allein durch Hamburg

Ina Müller ist eine der coolsten Säue im deutschen Fernsehen – ihre Sendung Inas Nacht Kult. Aber Ina Müller macht auch Musik, für die, die es nicht wissen. Mein Lieblingstitel von ihr ist „Alleine durch Hamburg“ – schön emotionale Ballade und Frauen mit kratziger Stimme mag ich eh.

Ich habe übrigens sehr lange nach dem Lied gegoogelt. Daß ich ein deutsches Lied ausgerechnet auf der chinesischen Seite youKU gefunden habe, verwunderte mich dann doch etwas. Sorry für die extrem lange Ladezeit und die eher bescheidene Aufnahmequalität, irgendwas machen die in China noch mechanisch 😉 Tipp: Auf Start klicken und gleich wieder auf Pause, bis das Video komplett geladen hat und erst dann abspielen.

Nighttrain: Hallo Bimmelbahn / Boney M: Gotta Go Home / Duck Sauce: Barbra Streisand

Hä? Jetzt flippt er total aus? Was is das denn für ein Scheiß Lied? Bimmelbahn? Nun, hört Euch den Titel mal genau an – erinnert Euch das Ganze an einen Titel aus den aktuellen Dance Charts? Ja richtig, DAS ist das Original, aus dem letztendlich der Dancefloor-Kracher „“Barbra Streisand“ von Duck Sauce wurde. Grausamer 70er Jahre Schlager, aber letztendlich nur eine Evolutionsstufe, aus der letztendlich das wurde:

Duck Sauce „Barbra Streisand“ from Mr Goldbar on Vimeo.

Ok, wahrscheinlicher ist, daß da von Boney M: Gotta Go Home gesampelt wurde. Daß Frank Farian damals von einem Schlager „ausgeliehen“ hatte, konnte ja keiner ahnen…


Boney M – Gotta Go Home – MyVideo

Fred Bertelmann & Chris Howland: Der Dumme im Leben ist immer der Mann

Es gibt Dinge, da haben viele Probleme damit, öffentlich dazu zu stehen. z.B. wenn man zum Chillen am Wochenende olle deutsche S/W Filme sieht. Nix zum Nachdenken, heile Welt Gesülze, sehr leichte Kost. War das schon schwer zu outen, dann fällt es noch schwerer zuzugeben, daß die Musik in diesen Filmen ab und an gar nicht soooo uncool ist.

Ich weiß gar nicht mehr, um was es in dem Film ging, in dem das Lied „Der Dumme im Leben ist immer der Mann“ vorkommt. Das ist deutscher Jazz-Schlager, wie es einer meiner persönlichen Helden, Götz Alsmann, bezeichnen würde, der ja solche Musik neu interpretiert.

Götz Alsmann kann im Gegensatz zu den Interpreten Fred Bertelmann & Chris Howland auch gut singen. Hier wird eben von 2 Schauspielern interpretiert, die auch singen mußten zu jener Zeit. Aber so war das damals. In Filmen mußte gesungen werden. Stellt Euch mal vor, das hätte sich nicht geändert und Schwarzenegger hätte in Terminator 2 gesungen 😉

Kein Lied, von dem ich sagen kann, daß ich mir das ständig und überall anhören könnte, aber doch irgendwie ganz nett, oder?

Herr Rossi sucht das Glück – Viva la Felicita

Kennt Ihr noch die Fernsehserie „Herr Rossi sucht das Glück“? Gut, Kindheitserinnerungen hin oder her – es war auf jeden Fall die Serie mit einer besten Titelmelodien. Interpretiert in Deutsch von den Moulinettes. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob das das Original der Serie ist, weil ich meine, die Serie ist älter, als die Version der Moulinettes.

Die Moulinettes ist übrigens eine 4köpfige Band, drei Mädels und ein Typ, aus München, die teilweise sehr schräge Nummern aufgenommen haben, bei denen es auch schon einmal um das Thema Monatsbeschwerden gehen kann…

Das Liedchen über den Herrn Rossi aus der Trickfilmserie hat aber Potential zu mehr. Ich habe eine sehr geile Acid-Jazz-Instrumentalversion auf meinem Rechner, von der ich bis heute nicht weiß, wer die aufgenommen / geremixed hat. Leider kann ich die aus Urheberrechtlichen Gründen nicht so einfach hochladen – ein allgemeines Problem dieses Blogs.

Auf YouTube findet sich eine Version von De-Phazz:

Ja, es ist eigentlich ein Kinderlied, aber ich denke, das kann man durchaus auch als Erwachsener hören…

Edo Zanki & Friends: Gib mir Musik

Jan Delay hat bewiesen: Deutscher Funk kann funktionieren. Aber das haben einige andere auch schon vor ihm bewiesen. Bei einem Lied verstehe ich bis heute nicht, warum das kein Hit geworden ist: Eben jenes “Gib mir Musik”, das er zusammen mit Sascha, Xavier Naidoo (die Heulboje, die ich eigentlich nicht mag), Rolf Stahlhofen und auch Till Brönner aufgenommen hat. Gute Laune Mucke vom Feinsten.